Möbel für den Vondelpark, Amsterdam

Der Vondelpark in Amsterdam ist ein Ort der Zusammenkunft Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die unglaubliche Dichte der Menschen im Park insbesondere in den warmen Jahreszeiten ist wesentlicher Teil seiner besonderen Attraktivität. Er sprüht vor Lebensenergie, die die Menschen verschiedenster Kulturzugehörigkeiten erzeugen. Der Park steht sinnbildlich für Freiheit, als Befreiung von Fesseln der Konvention. War es einmal in der sogenannten 68er Bewegung die sexuelle Befreiung, so kann man heute ein befreites, friedliches Nebeneinander der Kulturen spüren. Das ist wohl einer der Gründe, der dazu beiträgt, dass der Vondelpark der Liebling Amsterdam ist.

Die Herausforderung ist in der grandiosen Vielfalt der Kulturen (im Vondelpark immer anwesend) eine Sprache zu finden, die sich allen vermittelt und die sich auch als ein zeitgenössisch interpretierter Beitrag zur Formensprache des romantischen Parks des 19. Jahrhunderts versteht. Mitten in der Industrialisierung entstand der Park als ein Ort der Sehnsucht, fantastisch und idyllisch zugleich, den großen gesellschaftlichen Umbrüchen den Rücken kehrend. Der zarte verklärte Blick der Romantik versus die grobe Maschinenwelt. Heute, 150 Jahre später, steht der romantisch angelegte Park, in einem völlig neuen, internationalen Kontext. Dem neuen Weltverständnis und Weltverhältnis steht ein eher national orientiertes, unreflektiertes 'naives' der Romantik gegenüber. Wenigen Besuchern stehen Besuchermassen, einem präzise definierten Gestaltkodex eine Zeichen-, Symbol- und Gestalt-Vielfalt gegenüber. Geblieben ist sicherlich die Sehnsucht nach einem „Zufluchtsort“ aus dem städtischen in einen landschaftlich gestalteten Raum.

Kraftvoll setzt sich das erdachte Gestaltelement, welches alle Parkmöblierungen bestimmen wird, entgegen. Die Zartheit des romantischen Parks wird überlagert mit robusten, zeichenhaften Objekten. Sie erinnern entfernt an eine florale Welt, ihre Zeichenhaftigkeit aber entspricht die Sprache der Medien. Einprägsam, geben sie dem Park ein neues, zusätzliches Branding. Ihre kräftige Gestalt widersteht den Zahlreichen, die den Park non-stop nutzen.

Besondere Muster, für jeden verständlich und in ihre Aussage jeden Menschen betreffend, nackte Menschen einander zugeneigt, zieren die Elemente. Nackt wird jeder Mensch in die Welt hineingeboren. Nackt sein – das heißt, nichts verbergen zu haben. Offen und verletzlich voreinander stehen – und zugleich zugewandt und liebevoll. Das ist ein zentrales Bedürfnis unseres Seins. Die von Vigeland in dem von ihm gestaltetem Park in Oslo zum Ausdruck gebrachte Menschenliebe ist immer während. Gleich eingekratzte Liebeserklärungen, in die Oberfläche der Holzteile der Elemente eingebrannt, zeugen die Muster von den unendlich vielen Arten und Ausdrucksweisen der Menschenliebe.

Kerstin Molter, Mark Linnemann
März 2008

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